Käse und Laktose

Warum denken wir bei Bauchschmerzen zunächst an einen Zusammenhang mit Milchprodukten? Der Grund hierfür ist, dass Laktoseintoleranz zu den wichtigsten Ernährungsthemen unserer Zeit zählt. Jedoch lohnt es sich, dieses Thema einmal näher zu betrachten und vor allem zu entdecken, inwiefern Milchprodukte und Käse unsere Gesundheit unterstützen. Sie sind reich an Nährstoffen, für jedes Alter geeignet, wohlschmeckend und gehören zu unserem kulturellen Erbe.
Zudem begleiten sie ideal das Wachstum der Kinder und tragen zum Erhalt der Knochen bei den meisten Erwachsenen bei. 
Was ist also nun eine Laktoseintoleranz und was sind die Gründe dafür? 
 

Eine faszinierende Geschichte

Damit der Säugling die Milch verdauen kann, wird im Darm das Enzym Laktase produziert. Im Erwachsenenalter verschwindet jedoch bei den meisten Personen die Fähigkeit, dieses Enzym zu produzieren. Dies ist ein natürlicher Vorgang und kann aber auch nach einer Entzündung oder Darmerkrankung auftreten. 
Die Fähigkeit Laktose zu verdauen, ist genetisch bedingt und auch von der ethischen Herkunft abhängig.
Während in Nordeuropa fast alle Menschen Laktose vertragen, ist die Laktosetoleranz in Ostasien fast null. 

Käselexikon Gruyere

Eine Laktoseintoleranz ist keine Milchallergie. Letztere zieht schwere und teilweise dramatische Folgen nach sich. Auch bei einer Laktoseintoleranz ist der Verzehr von Milchprodukten und besonders von Käse möglich!

Was ist Laktose?

Laktose ist ein natürlicher Zucker, der in Milch enthalten ist. Er wird von einem Enzym, der Laktase, aufgespalten, damit unser Darm die Laktose aufnehmen kann. Ohne Laktase wird dieser Zucker weder verdaut noch aufgenommen und wird weiter im Darm transportiert. Dies bedeutet, dass unsere Darmbakterien, die Mikrobiota, diesen Zucker aufnehmen und somit Blähungen und Bauchschmerzen verursachen.

Laktoseintoleranz – was ist das?

Laktoseintolerant zu sein bedeutet auch, einen persönlichen Grenzwert zu haben. Jeder sollte seine tägliche Dosis an Laktose kennen und versuchen, einen regelmässigen Verzehr fortzuführen. Wir wissen auch, dass der stete Verzehr von Laktose den Aufbau des benötigten Enzyms stimulieren kann. Allgemein ist es möglich, trotz eines Laktosedefizits, 12g Laktose pro Tag zu verdauen. 

Käse & Lactose

Zum Glück enthalten einige Käsesorten wenig bis keine Laktose. Dadurch können sie problemlos konsumiert werden, auch wenn noch Laktasespuren enthalten sind. Hierzu zählen köstliche Käsespezialitäten wie folgende Weichkäse: Boursault, Brebiou, Brie Vallières, Caprice des Dieux, Cœur de Lion, Chamois d'Or, Chaumes, Crémoulin, Le Rustique, Henri, le Montagnard, le Paillé, le Vieux Pané, Lisbeth Munster, Peyrigoux, Rochebaron, Saint-Albray oder auch Saint-Jacques de la Tremblaye, Hartkäse wie Brebiou Tradition und Tradition Réserve, Fol Epi Scheiben oder als Laib, oder auch Blauschimmelkäse wie Bresse Bleu oder Saint Agur.

All diese Käse enthalten keine Laktose (unter 0.1%) und können bedenkenlos verzehrt werden.

Wussten sie das?

Eine Milchproteinallergie ist keine Laktoseintoleranz.
Eine Milchproteinallergie hängt mit den Milchproteinen, Beta-Lactoglobulin und Kasein zusammen. Im Falle einer Allergie reagiert der Organismus anormal auf die Aufnahme dieser Proteine. Diese Immunreaktion betrifft 2 bis 3% der Säuglinge unter zwei Jahren und heilt in 90% der Fälle vor dem 4. Lebensjahr aus. Im Falle einer Allergie sind alle Milch- und Milchfolgeprodukte strengstens verboten. Die Symptome sind vergleichbar mit anderen Allergien: Hautreaktionen, Atem- und Verdauungsbeschwerden bis zum Quick-Ödem, in besonders seltenen Fällen.
 

Artikel von: Irène Rolfo, BSc HES-SO, Ernährungsberaterin SVDE